Morionhelm mit hohem Kamm

Der Morion ist ein Helmtypus, der gegen Mitte des 16. Jahrhunderts in Spanien auftauchte. Seine Form ist eine Weiterentwicklung der Sturmhaube und zeichnet sich durch einen betont hohen Kamm aus, der die obere Partie des Kopfes schützt. Da seine Herstellung recht günstig war, wurde der Morion bald von allen europäischen Armeen übernommen. Doch als sich der Gebrauch von Schusswaffen bei den Infanteristen durchsetzte, erwies sich der Morion als wenig geeignet. Die hinten und vorne hochgezogenen spitzen Ränder behinderten den Schützen beim Anvisieren. Infolgedessen wurde der Morion in der Infanterie nach und nach durch den Birnhelm ersetzt und blieb, mindestens bis zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges, Offizieren und Lanzenträgern vorbehalten. Im kollektiven Gedächtnis aber stand der Morion für die spanischen Conquistadores, die im 16. Jahrhundert stärkste Armee Europas.

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