Im Jahr 1123 wird der Titel „Graf von Luxemburg” erstmals in der Gründungsurkunde der Abtei Münster erwähnt. Diese Urkunde bildet den Ausgangspunkt für die Entdeckung der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts, einer entscheidenden Epoche in der Geschichte des Landes.
Im Herbst 1123 gründete Graf Wilhelm von Luxemburg die Abtei Münster im Rahmen einer großen Zeremonie in Anwesenheit zahlreicher Zeugen neu. Das Projekt, das sein Vater Konrad fünfzig Jahre zuvor ins Leben gerufen hatte, war durch dessen vorzeitigen Tod während des ersten Kreuzzugs gescheitert.

Während der Bockfelsen 963 für Siegfried nur einer von vielen Besitztümern war, sehen wir ab diesem Zeitpunkt die ersten Elemente, aus denen einige Jahrzehnte später eine echte Stadt entstehen sollte.
Auf der Ebene des Heiligen Römischen Reiches führte das vorläufige Ende des Konflikts zwischen Papst und Kaiser zum Entstehen neuer Mächte und zu großen Umwälzungen, an denen Wilhelm, der bis dahin zu Unrecht wenig beachtete Graf, aktiv beteiligt war.
Ausgehend von der lokalen Machtbasis der Grafen möchte die Ausstellung die Grafschaft Luxemburg auch in einen transnationalen Kontext stellen, mit einer Auswahl von Objekten aus europäischen Institutionen und Museen, die die unerwarteten Verbindungen der ersten luxemburgischen Dynastie nicht nur in der gesamten Region, sondern auch bis nach Sachsen und Aquitanien veranschaulichen.

Image : (c) ANLux, SHL-Abt01-1 n° 18, Charte du comte Guillaume confirmant la fondation de l’abbaye de Münster, 1123 (détail)

Datum

9. Oktober > 11. Juli 2027