Diese Ansicht der Stadt und der Festung Luxemburg wurde kürzlich in den Sammlungen der Albertina in Wien entdeckt. Vom 23. Januar bis zum 19. April 2020 ist die Zeichnung in der Dauerausstellung des Lëtzebuerg City Museums zu sehen.
Die Federzeichnung wurde 1753 vom österreichischen Artillerieoffizier Wenzel (von) Callot angefertigt. Das Panorama im Format 35 auf 213 cm gibt die Perspektive vom Standort des Forts Obergrünewald aus wieder und beeindruckt durch seine Präzision und seinen Detailreichtum. Trotz der realistischen Darstellung der Bauten entspricht die Zeichnung einem Idealbild der Stadt, wie es typisch für die frühe Neuzeit ist: imposante Festungswerke, aufstrebende Kirchtürme, herausragende öffentliche Gebäude (darunter das Mansfeld-Schloss), Erhebungen und Gewässer.

Von bürgerlicher Herkunft, tritt Wenzel (von) Callot (1705–1785) mit 30 Jahren in die Dienste der Artillerie, wo er 1753 Major wird. Zusammen mit seinem Bruder Karl wird er 1765 durch die Kaiserin Maria-Theresia geadelt. Nachdem er sich im Siebenjährigen Krieg (1756–1763) ausgezeichnet hatte, wird er zum Oberstleutnant befördert und wird Befehlshaber des Bezirks Mechelen in den ehemaligen Niederlanden. 1767 wird er in den Generalsrang erhoben.